Neugestaltung nach drei Jahrhunderten

Dieter Mennekes gehörte 1985 zu den Mitbegründern des Vereins „Fachwerk erhalten + gestalten“. Im Jahr seiner Gründung brachte der Verein den Bildband „Fachwerkhäuser in Kirchhundem“ heraus, in dem u.a. Balkeninschriften aus dem 16. und 17. Jahrhundert dokumentiert sind. Auch die Umweltstiftung hat laut Satzung den Zweck, „die Pflege und Erhaltung des dörflichen Lebens unter besonderer Berücksichtigung historischer Bausubstanz“ zu fördern. Ein Beispiel hierfür ist die Erneuerung des Kirchhundemer Dorfplatzes im Jahr 2016, an der sich die Stiftung beteiligt hat.

Das bislang wichtigste Projekt im Förderbereich Heimatpflege war die Renovierung eines Fachwerkhofes in der kleinen Ortschaft Heiligenborn im Kreis Siegen-Wittgenstein. Der Ort grenzt unmittelbar an das Waldgebiet an, das Dieter Mennekes 2014 zur Wildnis deklariert hat. Der Ortsname „Heiliger Born“ (= Heiligenborn) leitet sich von der nahe gelegenen Ilsequelle ab, die schon im Mittelalter über die Landesgrenzen hinaus für ihre wundersamen Heilkräfte bekannt war. Um die Ilsequelle und ihre Umgebung ranken sich viele Legenden, die im regionalen Dialekt – dem Wittgensteiner Platt – tradiert wurden.

Heiligenborn war ursprünglich eine Kanonsiedlung. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts machte der Landesherr Henrich Albrecht zu Sayn-Wittgenstein – ein frommer Pietist – seine Grafschaft zu einem Zufluchtsort für Hugenotten, Wiedertäufer, Quäker und andere religiöse Minderheiten. Die Neuansiedler bekamen gegen Zahlung eines jährlichen Kanonzinses das Recht zugesprochen, in abgelegenen Gegenden ein Haus zu bauen, Vieh zu halten und Ackerland zu bewirtschaften. Weil die steilen Hänge und kargen Böden des Rothaargebirges die landwirtschaftliche Nutzung erschwerten, kam es jedoch immer wieder zu Auswanderungswellen, vor allem in Richtung Amerika.

Eines der wenigen Häuser in Heiligenborn, die ohne Unterbrechung bis heute bewohnt sind, ist der sogenannte „Ruppes Hof“. Der Fachwerkhof wurde 1707 erbaut und 1751 an seinen heutigen Standort versetzt. Zwei Jahrhunderte lang lebten hier Bauern, Förster und Handwerker. Um 1900 herum öffnete in dem direkt an der Straße gelegenen Gebäude eine Gastwirtschaft. Neben Forstleuten kehrten hier vor allem Besucher der Ilsequelle ein. Mitte der 1980er Jahre hat Jürgen Schneider das Gasthaus „Zur Ilsequelle“ von Grund auf renoviert. Im Jahr 2000 ließ der neue Besitzer Dieter Mennekes das Gebäude noch einmal restaurieren. Dies geschah unter Anleitung des Architekten Manfred Gerner, der sich als Denkmalpfleger und Experte für Fachwerkbauten einen Namen gemacht hat. Heute dient der Fachwerkhof der Umweltstiftung unter anderem als Begegnungsstätte für Naturschützer und als Einnahmequelle, denn die Räumlichkeiten können auch privat gemietet werden.